Sudberger Künstlerin überraschte Besucher der WOGA

Anja Thams - WOGA 2012Es sind irritierende Aufnahmen, die die Grafik-Designerin Anja Thams im Rahmen der diesjährigen WOGA, kurz für Wuppertaler offene Galerien und Ateliers, am vergangenen Wochenende präsentierte. Sieben großformatige Prints, die knochige Hände, ausgemergelte Gesichtspartien oder bereits versteinerte Gelenke zeigen, gehörten dazu.

Auf den ersten Blick fühlt sich der Betrachter in eine Ausstellung über Ausgrabungen versetzt. Auf den zweiten Blick wird dann aber deutlich, dass die Künstlerin geschickt Motive miteinander verbunden hat und somit völlig neue Blickwinkel ermöglicht. Und das kam auch beim Publikum gut an. „Ich war mir anfangs nicht sicher, ob ich es hier präsentieren kann“, gesteht Anja Thams. Die Zweifel scheinen berechtigt, denn schließlich ist das Thema Tod oder, wie in der Ausstellung definiert, „Vergänglichkeit“, nicht unbedingt jedermanns Geschmack. „Ich habe ein ähnliches Projekt vor einigen Jahren versucht – die Aktion am Brodtener Steilufer. Die ist dann völlig daneben gegangen, weil die Menschen diese Arbeit nicht mehr auf mich zurückprojizieren konnten“, erinnert sich die Künstlerin. Bei den aktuellen Arbeiten war das anders. Anja Thams stand bei Fragen direkt Rede und Antwort und konnte so auf die nachdenklichen oder gar ratlosen Ausstellungsgäste eingehen, die sich allerdings oft als nicht sehr kompliziert erwiesen: „Viele Besucher freuen sich darüber, dass es hier nicht die typischen Blümchen und ’heile Welt’-Motive zu sehen gibt und man als Betrachter ein wenig ins Grübeln gerät.“ Ohnehin sind die Motive nicht so düster, wie sie vielleicht auf der Internetpräsenz www.anja-thams.de wirken, aber sie regen offensichtlich an. Das komme anscheinend auch bei den jüngsten Besuchern gut an, weiß Anja Thams: „Ein junges Mädchen packte mich am Arm und zeigte auf die Bilder mit den Worten: ’Das mag ich, das gefällt mir auch, und das’.“

Neues Plakat

Anja Thams, Wuppertal-PlakatVergänglichkeit und Vergangenes beschäftigt Anja Thams aber nicht nur im Körperlichen, sondern auf Wuppertal bezogen. So hat die Künstlerin gerade erst ein neues Wuppertalplakat entworfen, übrigens nicht zum ersten Mal (die Rundschau berichtete). Diesmal zeigt sie aktuelle und bereits verschwundene Wuppertaler Verkehrsmittel. So finden sich auf dem Plakat bekannte Motive wie die Schwebebahn, aber auch die Bergische Museumsbahn und der alte Samba sind hier verewigt worden. Kaufen kann man es bei Bilder Brinkmann, Schwanenstraße 33, oder bei Wuppertal-Touristik, Schloßbleiche 40. Das etwa 60 mal 85 Zentimeter große Poster kostet 17,90 Euro.

© Von Eduard Urssu (Text und Bilder), Wuppertaler Rundschau vom 24.10.2012