CW 03.11.2016

Ausgezeichnet: Springmann-Kunstpreis für Anja Thams

Text: © Cronenberger Woche, Foto: © Wolfgang Kraft

Es hallte kein Freudenschrei durch den Teschensudberg, als Anja Thams den Anruf erhielt, dass sie mit dem Kunstpreis der Enno und Christa Springmann-Stiftung ausgezeichnet werden würde. Nein, die gebürtige Hamburgerin hielt sich vornehm hanseatisch zurück – vielmehr lachte sie innerlich lauthals, denn die Nachricht von der Zuerkennung des Springmann-Preises freute sie natürlich „riesig“: „Wann hat man das schon mal, dass jemand anruft und sagt, dass man einen Preis bekommt – das motiviert zum Weitermachen.“

Am 29. Oktober 2016 erhielt Anja Thams den „Motivationsschub“: Im Kronleuchter-Foyer des Opernhauses wurde die Sudbergerin ausgezeichnet, gemeinsam mit der diplomierten Grafik-Designerin und Illustratorin erhielten der Organist und Komponist Thorsten Pech und der Trompeter und Orchesterleiter Willy Berg den jeweils mit 5.000 Euro dotierten Preis. Damit steht die Sudberger Künstlerin nun in einer Reihe mit dem „Who is Who“ der Wuppertaler Kunstszene und so renommierten Preisträgern wie Karl Otto Mühl, Ingeborg Wolff, Michael Zeller, Lutz-Werner Hesse, Ulle Hees oder auch Werner Dickel und dem TiC-Theater.

Die schönen Seiten Wuppertals: Auf Thams-Schirmen und -Postern

In Anwesenheit des Stifterehepaares Christa und Enno Springmann, von Kulturdezernent Matthias Nocke und Eckard Arens, dem Vorsitzenden des Stiftungsbeirates, sowie zahlreicher Gäste hielt Martin Bang die Laudatio auf Anja Thams. Nicht ohne Grund war es der Geschäftsführer der Wuppertal Marketing GmbH, der in launigen Worten das Schaffen der Sudberger Künstlerin würdigte: Denn sie illustrierte nicht nur Bücher oder entwarf zum Einlaufen des damals größten Kreuzfahrtschiffes der Welt, der Queen Mary 2, eine Zeichentrickfigur, die in 20 Meter Größe als Lasershow auf den Kaispeicher A in Hamburg projeziert wurde.

Anja Thams sorgt auch für Farbtupfer, wenn’s im Tal mal wieder regnerisch-trist ist – mit ihrem bunten Wuppertal-Schirm macht Regen Spaß, auch in anderen Städten spannt man gerne Thams-Schirme auf. Nicht zuletzt zählt Anja Thams mit ihren Wuppertal-Postern zu den wohl wichtigsten künstlerischen Botschaftern der Stadt: Ob die Geschichte der Schwebebahn, Wuppertaler Ansichten, verkehrshistorische Fahrzeuge oder auch die Bahnhöfe der Schwebebahn – bislang hat Anja Thams fünf Poster zu der Stadt gestaltet, in der sie seit 2004 zu Hause ist.

Auch wenn viele ihre Geburtsstadt Hamburg zu den schönsten Metropolen Deutschlands zählen, und sie mit Lübeck in der vermeintlichen „Königin der Hanse“ aufwuchs, ist die 49-Jährige längst von Herzen gerne in Wuppertal zu Hause. Und nicht nur weil ihr Mann Wuppertaler ist: „Weil es so schön hier ist“, begründet Thams ihre für Außenstehende vielleicht überraschende Liebeserklärung an die Stadt. Und damit meint Anja Thams nicht nur das heimische alt-bergische Idyll in Sudberg, das sie mit Mann, Hund, Katz und Maus bewohnt. Auch sonst hat die Künstlerin Wuppertal lieben gelernt – „es gibt wirklich viel hier“, betont Anja Thams, auch eine breite Vielfalt schöner Motive als Inspiration für ihre künstlerische Arbeit.